• Was ist PSA


Das prostataspezifische Antigen „PSA“ ist ein Produkt der Prostata
und kann im Blut gemessen werden. Erhöhte Werte weisen auf eine Erkrankung der Prostata hin. Deshalb können erhöhte PSA-Werte
auch Hinweise auf eine Krebserkrankung geben, die mit Tastuntersuchung in diesem frühen Stadium noch nicht entdeckt werden kann.

Der PSA-Wert sollte bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung dokumentiert werden. Da neben dem absoluten PSA-Wert auch dessen Verlauf mit den entsprechenden Veränderungen auf die Entwicklung einer Prostatakrebserkrankung hinweisen könnte.


• Was ist PCA3


Ein neuer molekulargenetischer Test für das Prostatakarzinom mit hoher Spezifität

Einleitung
Das Prostatakarzinom ist der häufigste maligne Tumor des Mannes. Die Früherkennung basiert momentan auf der rektalen Untersuchung (DRU) und die Bestimmung des PSA-Wertes. Letzterer hat es ermöglicht, sehr viel schneller Prostatakarzinome zu diagnostizieren. PSA ist aber leider nur eingeschränkt effektiv, da sich nur bei einem Viertel der auffälligen Patienten in der Gewebeprobe (sog. 12fach-Prostatabiopsie) ein Karzinom findet. Männer mit unauffälligen Biopsiebefunden und weiterhin erhöhten oder ansteigenden PSA-Werten müssen auch dann noch mit der Möglichkeit einer Prostatakrebserkrankung rechnen, was zu Verunsicherungen und erneuten Biopsien führt. Dieses Dilemma scheint der PCA3-Test nun endlich beheben zu können.

Was ist der PCA3-Score?
Mit diesem Test steht erstmals ein spezifischer molekulargenetischer Test zur Verfügung, bei dem Prostatazellen aus einer Urinprobe analysiert werden. Er ist von der amerikanischen Firma GenProbe in San Diego entwickelt worden. PCA3 ist ein Gen, das ausschließlich in Prostatagewebe nachgewiesen wird. Wenn Prostatazellen entarten, wird PCA3, genauer gesagt die Nukleinsäure PCA3-mRNA, um das 60-100fache verstärkt gebildet. Der sog. PCA3-Score ist die Angabe des Verhältnisses bzw. des Ungleichgewichtes von PCA3- und PSA-mRNA in der Urinprobe. Unter Berücksichtigung der Krankengeschichte kann dieser Score für eine Biopsieentscheidung Verwendung finden. Je höher dieser Score ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit für den Nachweis eines Prostatakarzinoms. Von enormem Vorteil ist dabei die Tatsache, dass der PCA3-Score im Gegensatz zum PSA nur mit der Größe des Karzinoms und nicht mit der Größe der Prostata zu korrelieren scheint.

pca3-score
Wie gewinnt man die PCA3-Urinprobe?
Zuerst wird durch Ihren Urologen die Prostata bei voller Blase abgetastet und sanft massiert. Damit gelangen Prostatazellen in die Harnröhre. Im Anschluss wird etwas Urin gesammelt. Idealer Weise wird die erste Urinportion für die Analyse verwendet. Im Labor wird dieser Urin dann mit dem Progensa™ PCA3-Test untersucht.

Was kostet der PCA3-Test?
Die Kosten des Tests werden derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernommen. Der Preis für Selbstzahler beträgt einschließlich der Probengewinnung, Beratung und Interpretation ca. 340.- €. Er ist damit vergleichbar zu anderen genetischen Tests in der molekularen Onkologie. Einige private Krankenversicherer haben begonnen, die Kosten in bestimmten Fällen zu übernehmen.

Literatur:
Marks et al. "PCA3 molecular urine assay for prostate cancer in men undergoing repeat biopsy"; Urology 2007; 69:53 -535 Haese et al. "The value of the PCA3 assay in guiding decision which men with a negative prostate biopsy need immediate repeat biopsy: preliminary European data"; Eur Urol Suppl 2007; 6:48 (abstr. 101) Nakanishi et al. "PCA3 molecular urine assay correlates with prostate cancer tumor volume: implication in selecting candidates for active surveillance"; J Urol 2008,179:1804-1809 Deras et al. "PCA3: a molecular urine assay for predicting prostate biopsy outcome"; J Urol 2008; 179:1587-1592





• Warum trägt die KV manche Leistungen nicht?


Die gesetzliche Krankenkasse bietet Ihnen einen weitgehenden
Versicherungsschutz im Krankheitsfall.
Allerdings gewährleistet sie keine Rundumversorgung.

1998 wurde der Öffentlichkeit eine Liste ärztlichern Leistungen
vorgestellt, die aus medizinischer Sicht durchaus sinnvoll sind,
jedoch nicht zum Angebot der gesetzlichen Krankenkassen gehören;
die so genannten „Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL).
Die gesetzliche Krebsvorsorge umfasst nicht alle empfohlenen
Untersuchungen für eine Urologische Krebsfrüherkennung.

• Leistungen, die die KV übernimmt


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